Vorgestellt: Kathrin Helg

Name: Kathrin Helg, kurz: Katty

Alter: Jahrgang 1972

Familienstand: geschieden, zwei Kinder

Wohnort: Warburg, NRW

Berufliches: ausgebildete Bürokauffrau und Mediendesignerin mit Pädagogik- und Kunststudium, zusätzlich Ausbildung zur DELFI Gruppenleiterin. Quasi Wollmilchsau, die noch lange nicht mit dem Eierlegen fertig ist 🙂

Meine Aufgabe bei Blattwenden:

Blattwenden soll ja auch optisch ansprechend sein, daher bin ich für die Grafik zuständig. Künftig möchte ich aber auch weitere Felder übernehmen.

Warum ich mich für Blattwenden engagiere:

Nic und ich haben da schon länger drüber nachgedacht. Wie das so wäre, wenn wir im Team an so einem Projekt arbeiten könnten. Weil Nicoles Mann, der beste Freund meines Lebensgefährten, sich das Leben nahm und damit das Leben der anderen extrem veränderte. Und ich als Außenstehende und „die Neue“ nur erahnen konnte, was das heißt. Umso wichtiger fand ich die Idee hinter diesem Projekt. Bis Nic dann Nägel mit Köpfen gemacht hat.

Zu dem Zeitpunkt bekam Blattwenden noch eine ganz andere Bedeutung für mich: Mein Leben war plötzlich in Gefahr. Ich bekam Krebs. Und musste mich nun aus einer ganz anderen Perspektive damit auseinandersetzen, was dieser tiefe Schnitt für meine Familie und meine Freunde bedeutet. Und für mich.

Was ich mir wünsche, was Blattwenden bewirkt:

Es wäre schön, wenn wir tatsächlich ein Blatt wenden, also eine Seite umschlagen und gemeinsam ein neues Kapitel aufschlagen könnten im Leben derer, die Hinterbliebene eines Suizids sind oder in ähnlich traumatischen Lebensumbrüchen stecken. Wenn wir Hilfe zum Trauern leisten könnten. Zum Aufrichten und Weitergehen. Dass wir Taschentuch und Krücke sind, ein Sparringspartner und Kronenrichter. Ein Wege-Ebner, damit es weiter geht.

Was ich gerne umsetzen möchte:

Zunächst ist es mir natürlich ein Anliegen, den Auftritt in Form zu bekommen. Aber langfristig möchte ich auch psychologisch begleiten und habe ein Fernstudium begonnen, das ich jetzt auf Grund der Chemotherapie erst einmal aussetzen musste. Geht halt doch nicht alles in den Kopf in der Situation.

Das größte Blatt, das ich in meinem Leben schon gewendet habe:

Mich dem Krebs zu stellen. Zuversichtlich zu bleiben. Aushalten können.

Was mir Kraft zum Blattwenden gibt:

Mein wunderbarer Lebensgefährte und meine Eltern. Und meine unglaublich starken Kinder, die schon selbst so viel aushalten mussten. Ich habe einfach großartige Menschen um mich herum, auch außerhalb meiner Familie, und bin unendlich dankbar dafür.

Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich (gerne):

Ein Plattwurm. Die können ihr Gelerntes einfach weiter vererben. Und einfach alles, was fehlt, wieder nachbilden. Sogar das Hirn. Echte Regenerationswunder!

Wenn ich mich mit einer Farbe beschreiben sollte, wäre es dieses:

Hm, gute Frage. Am ehesten wohl Lila. Da ist das kühle, analytische Blau genauso vertreten, wie das warme, feurige Rot.

So entspanne ich am liebsten:

Dummes Zeig auf Facebook schreiben und lesen, Escape Rätsel lösen, Star Trek gucken, Steine bemalen, meiner kleinen Tochter etwas vorlesen, die Drei ??? hören, ausgiebig duschen, einen Kaffee auf der Terrasse trinken.

Wenn ich für den Rest meines Lebens immer ein und dasselbe Outfit tragen müsste, wäre es:

Elastische Jeans und T-Shirt. Passt immer.

Mein Lieblingsort daheim:

Den muss ich bald neu erfinden nach dem Umzug. Sicher die Terrasse dann. Küchen finde ich toll, weil sie so kommunikativ sind, während man kocht und isst. Dafür wird die kommende Küche aber zu klein. Oh, der Garten! Der wird bestimmt mein Lieblingsort, vor allem, wenn ich wieder Hühner habe 🙂

Selbstbeschreibung in 3-5 Worten:

Himmelhochjauchzend und zutodebetrübt, laut und leise.

Auf eine einsame Insel würde ich die folgenden 5 Dinge (nicht Menschen!) mitnehmen:

Kaffeemaschine, Werkzeug, Solarpanel, Handy, Hühner.