Vorgestellt: Nicole Schenderlein

Name: Nicole Schenderlein, genannt Nic oder Greenwoman

Jahrgang: 1979

Familienstand: verwitwet, 1 Kind (auf dem Foto vom Kind bemalt)

Wohnort: Dornum (Niedersachsen)

Berufliches: ein Jahrzent war ich gelernte Journalistin und Print-Redakteurin; das zweite Leiterin einer psychologischen Beratungsstelle inklusive Weiterbildungen in psychologischer Beratung, Paarberatung, Sexualberatung, Seelsorge, Kreativpädagogik; im dritten Jahrzehnt habe ich mit dem Bildhauerei-Studium begonnen und erarbeite seitdem Skulpturen, Grafiken, Illustrationen.

Meine Aufgabe bei Blattwenden:

Aufbau und Leitung des Vereins, mit dem Schwerpunkt des Kreativ- und Kunstbereichs. Weil ich das Schreiben und Redigieren aber nie lassen konnte, bin ich auch für die Redaktion unseres Lesebereichs zuständig.

Warum ich mich für Blattwenden engagiere:

Weil mein Mann vor fünf Jahren Suizid beging und mich und meine damals dreijährige Tochter von jetzt auf gleich mit einem bis dahin unentdeckten Berg Schulden zurückgelassen hat – obwohl er selbst Lehrer für Krankenpflege und wie ich ausgebildeter Berater war.

Weil Suizid immer noch ein Tabuthema ist, obwohl es zu den häufigsten Todesursachen gehört.

Weil ich bei Blattwenden alle meine Fähigkeiten einbringen kann, um anderen in ähnlichen Situationen zu helfen, ihr Blatt nach einem Lebensumbruch auf kreative Weise zu wenden. Nicht unbedingt nur mit kreativen Handlungen, sondern mit kreativen Ideen und im individuellem Tempo.

Was ich mir wünsche, was Blattwenden bewirkt:

Ich wünsche mir, dass andere Betroffene bei uns anonym oder mit uns zusammen die Begleitung bekommen, die sie brauchen. Dass ihre Freunde und Angehörige bei uns Sicherheit finden, weil sie besser verstehen lernen, was nach einem Suizid passiert. Dass unsere Kunst andere bewegt, offener über Suizid zu sprechen, die Scham verschwindet und auch im Bezug auf den christlichen Glauben Aufklärungsarbeit geschieht. Dass unsere kreativen Handlungen dabei helfen, Trauer und Veränderungsprozesse so zu gestalten, dass aus dem Grauen Grünen wird.

Was ich gerne umsetzen möchte:

Themenausstellungen mit Illustrationen und Skulpturen zum Thema „Vom Grauen zum Grünen“, um über die Sprache der Kunst mit Menschen über das Thema ins Gespräch zu kommen. Kreativzeiten mit Betroffenen bei uns im Vereinsatelier, um mit den eigenen Händen das Lebensblatt anzupacken und zu wenden. Weiterhin Texte, auch mit Gastautoren erarbeiten, und in den allgemeinen Medien Interviews, Ratgebertexte, Kolumnen veröffentlichen.

Das größte Blatt, das ich in meinem Leben schon gewendet habe:

Den Suizid meines Mannes nicht nur zu überleben, sondern das Lieben dabei nicht aus dem Blick zu verlieren: für das Leben, andere Menschen, Gott. Unser Haus trotz aller Schulden zu behalten, die Schulden loszuwerden, das Haus nachhaltig zu sanieren – mitten in der Pandemie. Einen dritten Beruf zu lernen und damit meinen Herzenswunsch zu erfüllen, Bildhauerin zu werden.

Was mir Kraft zum Blattwenden gibt:

Gott. Weil er immer derselbe ist und bleibt und nicht verschwindet.

Meine Familie, meine Tochter und mein Partner, weil ich niemals gedacht hätte, dass Familie so sein kann, so innig und gleichzeitig so frei.

Meine Freunde, weil die meisten geblieben und mit mir gewachsen – und neue dazu gekommen sind.

Ach, und nicht zu vergessen: Genug Schlaf, genug Bewegung, am besten draußen, und gesundes Essen. Klingt banal, ist es aber nicht. Zumindest für mich.

Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich (gerne)

Der Hund unserer Familie. Weil ich dann schlafen und essen kann, wann ich möchte. Weil ich oft geknuddelt werde. Und weil ich dreimal am Tag rauskomme. Außerdem würde ich gerne wissen, wie das ist, wenn man mit dem Schwanz wedeln kann.

Wenn ich mich mit einer Farbe beschreiben sollte, wäre es

Grün. Was sonst? 😉 Gerne die ganze Bandbreite von Grün, weil Hoffnung und Wachsen viele Facetten umfasst.

So entspanne ich am liebsten:

Am Wasser oder unter einem Baum sitzen und nur hören, wie der Wind durchs Blätterdach rauscht. Im Winter in der Badewanne liegen und bewusst spüren, wie warm das Wasser ist und wie sich das Wassereinlaufen anhört. Im Cafe jeden Bissen vom Lieblingskuchen genießen. Nach der Sauna draußen nach dem Abspülen auf einer Liege das Britzeln auf der Haut fühlen.

Wenn ich für den Rest meines Lebens immer ein und dasselbe Outfit tragen müsste, wäre es:

Eine bequeme Jeans und ein bequemes Shirt, weil ich das noch zum T-Shirt machen kann. Oder meinen Jumpsuit, in dem ich in der Werkstatt arbeite und in dem mein Po optisch nahe der Kniekehlen hängt.

Mein Lieblingsort daheim:

Im Garten unterm Baum. Drinnen: In der Werkstatt, oder im Büro auf dem Fußboden hockend. Ich mag meine Arbeit für Blatttwenden wirklich gern!

Selbstbeschreibung in 3-5 Worten:

Lebensliebhaberin, Pottfriesin, Lernende, Trotztante, Natursuchende.

Auf eine einsame Insel würde ich die folgenden 5 Dinge (nicht Menschen!) mitnehmen:

Mein Bett, Stifte, Papier, Bücher, Pelle (meinen Hund, nicht die Wurst).